Starkes Ich - Selbstbewusstsein




Mit diesem Artikel möchte ich Sie dazu einladen, sich mit mir zusammen ein paar Gedanken zu einem Starken Ich zu machen. Ich bin überzeugt, dass wir alle gut daran tun, unserem Selbst bewusster zu werden und ein starkes oder stärkeres ICH zu entwickeln. Damit werden wir mit den unaufhaltbaren, ständigen Veränderungen besser, wenn nicht sogar spielend zurechtkommen. Die künftig so wichtige Kompetenz der Resilienz ist mit einem starken Ich erlebbar.


Geht es Ihnen aber vielleicht ähnlich, wie es mir lange mit selbstbewussten Menschen ergangen ist? Dass Sie solche Menschen sogar manchmal als egoistisch und arrogant empfunden haben? Ich kann von mir behaupten, dass ich zu selbstbewussten Menschen (ich meine aber nicht die ganz grossen Bluffer oder Egos) öfter ein zwiespältiges Verhältnis hatte. Dies, so weiss ich heute, weil ich sie dafür auch bewunderte. Ich bewunderte sie dafür, dass sie nicht einfach taten, was von ihnen verlangt wurde, sondern sagten und dachten, was sie für richtig hielten. Sie kriegten ihr Leben für sich offenbar gut auf die Reihe.


«Das Leben auf die Reihe zu kriegen», hört sich vielleicht im ersten Moment für viele wieder egoistisch an. Ich bin heute jedoch überzeugt, dass Menschen, die wissen, was sie wollen, was sie können und was ihnen guttut, eine Entlastung für jede Beziehung sind. Wenn ich mir selber bewusst bin, kann ich einerseits sehr gut für mich sorgen, andererseits sehr viel mehr in der Gemeinschaft beitragen. Egal, welcher Art die Gemeinschaft ist. Ob dies nun in einer Zweierbeziehung, einer Familie oder auch am Arbeitsplatz ist. Mir ist dies erstmals vor vielen Jahren klar geworden, nachdem mich jemand gefragt hatte, «wie willst du dich um andere kümmern, wenn du dich nicht um dich selbst kümmern kannst?». Ich war erstmals geschockt. Für mich war es selbstverständlich, mich zuerst um die anderen zu kümmern. Alles andere wäre egoistisch (in der Rolle als HR-Verantwortliche und als Mutter sowieso!). Obwohl mich die Frage brüskierte, spürte ich, dass sich daran irgendetwas richtig anfühlte.

Stellen Sie sich z.B. eine Arbeitssitzung im Team vor und erinnern Sie sich, wie sich Konflikte während der Zusammenkunft anfühlen. Weshalb entstehen die meisten Probleme und Auseinandersetzungen? Doch wohl meistens, weil der eine immer Recht haben will, ein anderer meint, er/sie müsse immer alles tun oder alle anderen würden profitieren, nur er/sie nicht. Oder dass die Anerkennung eigentlich nicht demjenigen zusteht, der sie erhalten hat. Wie oft werden Ideen zurückgehalten aus Angst, andere könnten mit der Umsetzung schneller und besser sein? Unterschätzung, Überschätzung, Neid, Eifersucht, Missgunst etc: die Liste lässt sich beliebig erweitern. Merken Sie, worauf ich hinauswill?


Schon mal vorweg. Ich sage nicht, dass es einfach ist. Bewusst zu ergründen, was mir selbst guttut, was ich brauche und was ich will. Das braucht Mut und ist ein lebenslanger Prozess. Je bewusster ich mir jedoch werde, desto klarer und selbstsicherer kann ich agieren. Dadurch kann ich mich wiederum viel wirkungsvoller beteiligen, mich einbringen oder zurücktreten, wenn es der Moment erfordert.


Gehen wir noch einmal zurück in die Arbeitssitzung. Ein Kollege stellt ein Projekt vor. Die Idee finde ich wirklich gut. Da hätte ich selber draufkommen sollen. Wenn ich nun mit einem kleinen Ego im Meeting sitze, tue ich möglicherweise alles, um das Projekt zu sabotieren. Oder ich sabotiere es zwar nicht (denn ich habe ja gelernt, dass man so etwas nicht tut), kann mich aber nicht voll einbringen. Ich bin innerlich zu sehr damit beschäftigt, mich darüber zu ärgern, dass ich nicht selbst draufgekommen bin und jetzt jemand anderes womöglich die «Blumen» ernten wird.


Habe ich aber ein starkes Ich, bedauere ich womöglich kurz, nicht selbst dran gedacht zu haben. Dann bringe ich meine Fähigkeiten und mein Wissen aber voll ein und freue mich darüber. So stärke ich meine Position im Team und kann mich am Projekt mit allen Kräften beteiligen. Wahrscheinlich bekomme ich dadurch künftig selbst bei anderen Projekten eine breite Unterstützung.


Unsere künftige Arbeitswelt – und ich behaupte nicht nur die, sondern die ganze Welt – braucht viel mehr selbst-bewusste, starke Menschen. Menschen, die klare Entscheidungen treffen können und sich bewusst sind, alleine nichts oder wenig ausrichten zu können. Sie braucht Menschen, die im Sinne des Ganzen notfalls zurückstehen können. Sie folgen (im doppelten Sinne) nicht blindlings und funktionieren nicht einfach. Selbstbewusste Menschen sind keine Egoisten. Sie streben aber danach, sich ständig weiterzuentwickeln und sich dazu mit anderen auszutauschen, von anderen zu lernen, um gemeinsam Besseres zu erschaffen, das allen dient. Jedem Einzelnen und der Gemeinschaft.


Ich wünsche mir immer mehr Menschen, die es wagen, sich viel mehr zuzutrauen und bewusst für sich einzustehen. Je mehr ich mich getraue, desto weniger lebe ich auf Kosten anderer und muss keine Schuldzuweisungen machen. Ich übernehme voll und ganz die Verantwortung für mein Leben.


Übrigens, es kann sehr hilfreich sein, sich ab und zu von jemandem für eine gewisse Zeit im Prozess der «Ich-Stärkung» unterstützen zu lassen. Ich selbst habe so gute Erfahrungen damit gemacht, dass ich heute solche Hilfestellung in Form von wirksamem und zielgerichteten Coachings anbiete. Wenn Sie mehr darüber erfahren oder vielleicht ein erstes Coaching kostenlos erleben wollen, finden Sie meine Kontaktdaten hier auf meiner Webseite (www.regulamueller.ch).

Ich wünsche Ihnen viel «Gwundrigkeit» für mehr selbstbewusstes Sein, ein starkes Ich und dass Sie hoffentlich nie genug davon bekommen, Neues zu entdecken.


Herzliche Grüsse

Regula Müller

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